Natursteine - Herstellung von Backsteinen

Der Begriff „Backstein“ist irreführend, da es sich bei diesem Baumaterial natürlich nicht um Steine im klassischen Sinne handelt. Backsteine sind ein vom Menschen geschaffenes Kunstprodukt. An den Verfahren, mit denen Backsteine heutzutage hergestellt werden, haben sich in mehreren Hundert Jahren nur die Äußerlichkeiten geändert.

Als Ausgangsmaterialien für die Steine dienen seit je her Lehm oder Ton. Das jeweilige Material wird maschinell zerkleinert und mit Wasser vermengt. Diesen Vorgang nennt man auch „mauken“. Dieser Schritt ist notwendig, da Lehme und Tone sich nicht an Normen halten und deshalb keinen einheitlichen Feuchtigkeitsgehalt aufweisen. Dieser muss für die weitere Verarbeitung jedoch gegeben sein. Beim Mauken wird die Masse homogenisiert und im Material eingeschlossene Gase können entweichen. Nun werden dem Lehm oder Ton weitere Zusatzstoffen zugeführt, die seine Eigenschaften den späteren Anforderungen entsprechend verändern.

Im nächsten Schritt wird die Lehm- oder Tonmasse zu einem Strang gepresst. Aus diesen werden mit einer entsprechenden Presse die gewünschten Muster gestanzt. Durch die Verwendung bestimmter Pressmuster lassen sich die isolierenden Eigenschaften der späteren Backsteine steigern – etwa dadurch, dass diesen Luftkammern eingefügt werden. Diesen Effekt erzielt man auch durch Hinzufügen brennbarer Materialien beim Mauken, wie Sägespänen. Diese verbrennen, wenn die Steine im Ofen gebrannt werden, und hinterlassen ein feinporiges Kammersystem im Backstein, das dessen Isolationsvermögen deutlich steigert.

Entscheidend für die Qualität der Backsteine ist der nun einsetzende Trocknungsprozess. Bei der industriellen Fertigung verzichtet man auf die historische Lufttrocknung im Freien und verwendet stattdessen moderne Trocknungsanlagen, welche die Backsteine mit konstanter Temperatur auf den Brennprozess vorbereiten. Würde die Trocknung nicht ordnungsgemäß vollzogen werden, würde der beim Brennprozess entstehende Wasserdampf die Backsteine sprengen.

Der Brennprozess ist es, der dem Backstein seine endgültige Härte verleiht. Das Brennen dauert etwa 20 Stunden bei Temperaturen von 900 bis 1000°C. Je nach Einsatzgebiet der Steine können diese Werte jedoch variieren. So ist ein gewöhnlicher Backstein nicht wetterbeständig genug, um als Außenmaterial einer Hauswand verwendet zu werden. Um auch diese Einsatzmöglichkeit zu gewährleisten, wird die Brenntemperatur erhöht. Das Resultat sind die allseits bekannten Klinkersteine, die ein erhöhtes Maß an Stabilität und Beständigkeit aufweisen.

Nach einer abschließenden Qualitätsprüfung können die Backsteine nun zum Bauen verwendet werden.